Ich sitze an meinem Schreibtisch und denke über die letzte Nacht nach. Karneval in Köln.
Meine Frau hatte mich tagsüber gefragt, ob ich mit ihr feiern gehen würde. Jetzt stehe ich alleine in einer überfüllten Bar, in der die Menge zu “ I’m a sex bomb“ tanzt. Das letzte was ich im Moment gebrauche kann ist so eine Sexbombe. Ich bin ein Fremdkörper in einer Mischung aus Oberflächlichkeiten und Begirden. Eine alkoholisierte Kneipe voll mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner. Alkohol und Sex.
Ich stehe da, mit meinem alkoholfreien Bier, und muss an meine Frau denken. Sie hatte nie wirklich vor, mit mir auszugehen. Sie hat das einfach nur so gesagt, ohne auch nur eine Sekunde in das Vorhaben zu investieren. Ein leerer Spruch in einer leeren Beziehung der seine Wirkung nicht verfehlt hat.
